Kalkkoegel kleinNeue Homepage der Plattform - Rettet die Kalkkögel


 kalkkoegler

Schutzgebiet Kalkkögel – Spielball der Tagespolitik

Unterzeichnen Sie unsere PETITION GEGEN EINE ERSCHLIESSUNG der Kalkkögel!

Vor wenigen Wochen bin ich am 17. Mai 2014 über ein Interview mit der Generalsekretärin von Österreichs Energie in der Tageszeitung „Die Presse" gestolpert. Sie fordert darin, die Energiepolitik aus der Wahltaktik herauszuhalten. Mit Wehmut habe ich mich dann an die Zeiten zurückerinnert, wo von allen parlamentarischen Parteien einmütig gefordert wurde, den Naturschutz und die Schaffung von Schutzgebieten aus der Tagespolitik herauszuhalten. Alt-Landesrat Franz Kranebitter setzte sich für die Neuausrichtung des Alpenparks Karwendel ein, durch den Einsatz von Alt-LHStv. Ferdinand Eberle kam es zur Finalisierung der Großschutzgebiete „Zillertaler Hauptkamm" und „Nationalpark Hohe Tauern-Tirol" und Alt-Landesrätin Christa Gangl hat im Bereich der Wilden Krimml/Gerlos wenigstens ein kleines, strategisch wichtiges Schutzgebiet zustande gebracht. Es folgte mit Alt-Landesrätin Anna Hosp die Einrichtung von Schutzgebietsbetreuungen und gar manche Gemeinde weiß heute den Beitrag dieser Schutzgebiete für die Regionalentwicklung zu schätzen.

Was sich aber derzeit um den Bestand einzelner Schutzgebiete alpenweit abspielt, stößt an die Grenzen von Anstand und gelebter Landeskultur. Auf Teufel komm raus werden darin Projekte geplant, ob im Ruhegebiet „Kalkkögel (T) oder in Kärnten in den Naturschutzgebieten „Kleinfragant" und „Wurten-West" am Mölltaler Gletscher/Wurtenkees oder anderswo in den Alpen. Nach der Welle der großartigen naturschutzpolitischen Errungenschaften und Unterschutzstellungen werden diese wertschätzenden Widmungen von bestimmten Wirtschaftskreisen in Frage gestellt. Im Weg stehende Schutzgebiete sollen entweder ganz oder teilweise aufgehoben, evaluiert und dann neu abgegrenzt oder der Schutzzweck verändert werden. Dabei hat sich Eines geändert: vor Jahren waren Schutzgebiete noch durch politische Wertschätzungen ausgezeichnet. Das Beispiel „Kalkkögel" zeigt heute aber das blanke Gegenteil. Dieses 1983 von der Tiroler Landesregierung nach einem umfassenden Begutachtungsverfahren verordnete Ruhegebiet steht im brutalen Widerstreit der Interessen. Einigen politischen Standesvertretern geht es nicht mehr um eine sachbezogene Auseinandersetzung, sondern um bloßes wahltaktisches und parteipolitisches Agieren. Die Annahme, es geht dabei um Versuche zum Sprengen der bestehenden Koalition, ist wohl nicht falsch. Es ist schon bemerkenswert, wie emotional über Naturschutz- und Raumordnungsfragen gestritten wird. Wohl auch deshalb, weil diese Kompetenzen noch zu den wenigen zählen, die im eigenen Land entschieden werden.

Aussöhnung von Ökonomie und Ökologie findet nicht statt
Eine nachhaltige Regionalentwicklung kann nur darauf abzielen, die bestehenden Schutzgebiete in ihrer Fläche und in ihrer Schutzqualität zu erhalten. Ich kann mich keines Aufrufs seitens der Naturschutzseite entsinnen, die zum Schleifen bestehender Seilbahn- und/oder Wasserkraftanlagen aufgerufen hat.
In den vergangenen Jahren wurde viel über die Versöhnung von Ökologie und Ökonomie geredet und geschrieben. Aus dieser Bewegung heraus ist auch das Übereinkommen zur nachhaltigen Entwicklung des Alpenraumes über Antrag der Europäischen Volkspartei entstanden. Diese Alpenkonvention ist sowohl ein Entwicklungsinstrument für einen starken Alpenraum als auch ein Korrektiv auf Auswüchse und natur- und landschaftsschädliche Projekte. Ihr völkerrechtlich verbindliches Durchführungsprotokoll „Naturschutz und Landschaftspflege" lässt zum Beispiel den geplanten „Brückenschlag" zwischen Schlick und Axamer Lizum über das „Ruhegebiet Kalkkögel" nicht zu.
Alpenkonvention, Tiroler Schigebietsprogramm lassen Kalkkögel-Erschließung nicht zu
Sie werden sich jetzt zu Recht fragen, ja warum gibt es dann das ganze Theater um die Kalkkögel-Erschließung? Handelt es sich doch um eine in einem österreichischen Bundesgesetzblatt stehende rechtlich umzusetzende Norm, die diesen Bau nicht zulässt (BGBl. III Nr.236/2002 i.d.g.F.).
Dieses Faktum wurde geprüft und allen politisch Handelnden mitgeteilt. Doch es wird einfach ignoriert. Eine wesentliche Befürworterin meinte, „drei Rechtsanwälte, drei Meinungen". Es hat sich offensichtlich eingebürgert, dass Projekte losgelöst von den rechtlichen Rahmenbedingungen einfach geplant und nach vorne gepuscht werden. Die zuständigen Politiker bieten dem keinen Einhalt, lassen diese Sache einfach an die Wand fahren.
Da werden Gräben aufgerissen, die lange Zeit nicht mehr zugeschüttet werden können. Dabei ist das Kalkkögel-Projekt für die touristische Entwicklung im Großraum Innsbruck doch nur von randlicher Bedeutung. Würde es andererseits tatsächlich gelingen, würde es nicht beim Brückenschlag bleiben (siehe Abbildung). Die Stubaier haben uns ihre Vorhaben ja verraten. Ein wichtiges Innsbrucker Naherholungsgebiet wäre verdrahtet und verloren.
Sehr geehrte Damen und Herren Projektierer! Lassen Sie ab von diesem Projekt, es ist weder rechtlich noch finanziell zu verwirklichen. Verwenden Sie Hirnschmalz für bessere Ideen im Innsbrucker Großraum.

Erschließungspläne Kalkkögel

Hier sieht man sehr gut dass es nicht bei 2 Liftstützen über die Kalkkögel bleibt, sondern bereits weitere Ausbaupläne im Gespräch sind

Die gesamten Erschließungsprojekte in den Kalkkögeln basieren auf Basis einer Beantwortung durch den TVB-Obmann Sepp Rettenbacher an die Stubaier Touristiker vom 10.05.2013.

Den vollständigen Bericht von TVB-Obmann Sepp Rettenbacher an die Stubaier Touristiker über die Ausbaupläne im Stubaital finden Sie hier 

Verstoß gegen die Alpenkonvention
Das Ständige Sekretariat der Alpenkonvention hat bereits im Jahre 2011 in aller Deutlichkeit dargelegt, dass eine Erschließung durch das Ruhegebiet Kalkkögel gegen die Bestimmungen des Naturschutzprotokolls Art. 11 Abs. 1 der Alpenkonvention und damit gegen internationales Recht und den von Österreich eingegangenen völkerrechtlichen Verpflichtungen verstoße würde. Nähere Infos finden Sie hier.

 

Peter Haßlacher
Vorsitzender CIPRA Österreich
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Literaturhinweis:
TAT-ORT IV
Seilbahnprojekte in Schutzgebieten: Kalkkögel/Tirol & Warscheneck/OÖ
Alpine Raumordnung Nr. 36
Fachbeiträge des Oesterreichischen Alpenvereins, 2011
Die Broschüre ist kostenlos beim Alpenverein Innsbruck erhältlich!

Im Innsbruck Alpin sind bisher zu diesem Konflikt Beiträge in den Ausgaben 2/2009, 3/2010, 2/2011 und 4/2013 erschienen.

BITTE richten Sie Ihren Protest an:
Landeshauptmann Günther Platter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 
Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe Saint Hilaire: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 
Landesrat Mag. Johannes Tratter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!